
In den USA kam es im Dezember 2000 zu einer Sensation – da startete auf dem Fernsehsender Showtime doch tatsächlich eine Serie, in deren Mittelpunkt fünf schwule und zwei lesbische Charaktere standen.
Nicht nur die nette, für komische oder exzentrische Elemente zuständige Nebenfigur, sondern sieben starke homosexuelle Hauptcharaktere waren in „Queer as Folk“ fest verankert. Es sollte um deren Liebesirrungen und -wirrungen, um deren Sorgen und Probleme, aber auch um deren ganz gewöhnlichen Alltag gehen. Und der schloss Sex als Selbstverständlichkeit mit ein.
Die Macher, die nicht hinter dem gleichnamigen britischen Vorbild zurückstecken wollten, nahmen in der Darstellung keine Selbstzensur vor, sondern präsentierten in jeder Folge heiße Intermezzi mit viel nackter Haut – und zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern. Ein Kult war geboren, der die Serie fünf Jahre mit ebenso vielen Staffeln und insgesamt 83 Folgen überdauern ließ. Eingestellt wurde sie 2005 schließlich nicht aufgrund mangelnder Zuschauerzahlen, sondern weil die Autoren die Geschichten der Protagonisten für ausgeschöpft hielten. Nichtsdestotrotz lassen sich über die Staffeln hinweg kaum Qualitätsverluste ausmachen.
Auch in Deutschland hat „Queer as Folk“, dessen fünf Staffeln komplett im Nachtprogramm des Privatsenders ProSieben ausgestrahlt wurden, eine große Fangemeinde. Deren Mitglieder können sich nun im „Ultimativen Fanbuch“ zur Serie Hintergrundinformationen anlesen, die ein breites Spektrum abdecken und überaus kurzweilig unterhalten. Alle Hauptdarsteller kommen in Interviews zu Wort, plaudern über ihre Zeit bei der Serie, werden aber auch hinsichtlich ihrer anderen Projekte vorgestellt.
Ein Special geht auf den eigens für „Queer as Folk“ erfundenen RAGE-Comic ein, der auch komplett (im englischen Original) abgedruckt ist. Behind-the-Scenes-Infos zu den Drehbedingungen, detaillierte Episodenführer und nicht zuletzt Interviews mit dem deutschen Dialogautor und Synchronregisseur Oliver Feld und der deutschen Stimme Justins, David Turba, übernehmen die Funktion des Bonusmaterials einer DVD-Box. Die „Queer as Folk“-Boxen sind nämlich hierzulande längst nicht so gut ausgestattet wie deren US-Pendants, aber dank der reichhaltigen Bebilderung dieses Fanbuchs kann Christian Mentz’ Sammelwerk diese Funktion in der gedruckten Form spielend übernehmen. Frank Brenner (Christian Mentz (Hrsg.): „Queer as Folk – Das ultimative Fanbuch“, 320 Seiten, Bruno Gmünder 2008, EUR 19,95)
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